Auch für mich sind die Proben ein stetiger Lernprozess.

Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren haben einfach altersbedingt wenig körperliche „Grundspannung“ und sprechen in der Regel zu leise für eine Bühne. Sie vermögen dafür aber in jede Spielvorgabe unmittelbar „hineinzuspringen“, stehen sich also nie selbst (mit dem Kopf) im Wege, sondern spielen noch ganz unmittelbar.
Das ist natürlich eine grosse Kraft für die Theaterbühne. Ich bin deshalb von dem Gedanken an zuviel Disziplin und allzu genauem Bühnenverhalten ein Stück abgerückt.
Es entspricht einfach nicht dem Alter der Kinder. Unsere Aufführung soll lieber davon leben, sie im kindlichen Sinne spielen zu lassen, möglichst wie in diesen tollen ersten Probenmomenten. Der Gedanke daran, das Leute im Publikum denken sollen: „Tolle Disziplin“ ist doch einfach nicht so wichtig. Zum Glück entsteht immer wieder ein neues Nachdenken darüber, worum es in so einem Projekt eigentlich geht. Nicht um mich und meine tolle Regie, auch nicht um die stolzen Eltern, sondern darum, den Kindern ein Stück Selbstbewusstsein zu verschaffen, indem sie auf der Bühne genau so sein dürfen, wie sie sind, nicht mehr und nicht weniger.