Die sieben Todsünden

Marquis de Sade erzählt

Ein ungewöhnliches Theaterstück mit Patienten der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

 

Eine Theaterproduktion in einer Maßregelvollzugsklinik – geht das? Die Klinik für Forensische Psychiatrie in der Hansestadt Stralsund liegt mitten im Grünen. Eine Anlage hinter hohen, streng gesicherten Mauern, die so gar nicht in die Idylle passen will. Hier leben Menschen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Theaterinszenierung DIE SIEBEN TODSÜNDEN des Kreisdiakonischen Werkes e.V. eröffnet nun einigen dieser Patienten den einzigartigen Erfahrungsraum kreativer therapeutischer Auseinandersetzung und rückt sie damit ins Licht der Theaterbühne, auf der alles Menschliche neu verhandelt wird. Vor dem Hintergrund dieses besonderen Ortes der Entstehung und der Schauspieler, kann der Zuschauer erleben, wie sich die Begriffe Gefährlichkeit, Normalität und Freiheit aus den gewohnten Kontexten herauslösen und neu geordnet werden.

Ungeschminkt widmen sich DIE SIEBEN TODSÜNDEN somit dem irdischen Leben, der Körperlichkeit und dem Menschlich-Allzumenschlichen. Dabei werden Geschichten und Haltungen von heute erzählt, die aus unserer Mitte heraus auch Täter entstehen lassen. Das Stück wirft mit seinem religionshistorischen Ursprung, eine theatralisch fiktiv-dokumentarische Sicht auf die sieben Todsünden und lässt sie in unserem Alltag ankommen.

Zum ersten Mal wird der Ort Forensik in der Hansestadt Stralsund im Bewusstsein eines öffentlichen Publikums zugänglich. Die neue Theaterinszenierung verleiht den Patienten eine Sprache, eine Stimme und ein Gesicht und regt zu einer vorurteilsfreien Begegnung zwischen draußen und drinnen an. In einer sinnlich aufregenden Art präsentieren sich Themen und Menschen, die sonst eher stumm bleiben. Auf diese einzigartige Weise verschwimmen die üblichen klaren Perspektiven, so dass die Zuschauer einen empathischen und solidarischen Umgang mit dem Thema Trauma und Traumatisierung erleben können.

Karten sind in der Tourismuszentrale oder an der Abendkasse erhältlich.

Die SIEBEN TODSÜNDEN sind Teil einer großen Veranstaltungsreihe Trauma in der Kunst, welche seit Juni 2015 bis Mai 2016 durch unterschiedlich mediale Formen ihren künstlerischen Ausdruck findet.

Eine Produktion mit der Aktion Mensch und der DAMP Stiftung in Koproduktion mit dem HELIOS Hanseklinikum Stralsund und den Patienten der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie.

Zum Zeitstrahl